Maßnahmen nach Gewaltvorfällen

Mit Gewaltvorfällen muss trotz der ständig durchgeführten Präventionsmaßnahmen gerechnet werden. Selbst bei optimaler Vorsorge kann Gewalt nicht ausgeschlossen werden. Besonders im Krisenfall ist es wichtig, schnell und koordiniert handeln zu können. Das folgend dargestellte Interventionskonzept soll dem Kollegium einen Weg zu größerer Handlungssicherheit im Umgang mit Gewalthandlungen eröffnen.

„Leichteres“ Fehlverhalten und Mobbing

Der Unterschied zwischen einer unbedeutenden Rempelei und einer ernst gemeinten Attacke oder zwischen einer einmaligen Beschimpfung und einem dauerhaften Mobbing ist häufig nur schwer erkennbar. Deshalb gilt, dass auch leichtes Fehlverhalten sensibel wahrgenommen werden muss. Keinesfalls dürfen die Schüler den Eindruck gewinnen, die Lehrkräfte ignorieren solche Vorfälle. Erleben die SchülerInnen, dass die Lehrkräfte nicht aktiv werden, werten sie dies möglicherweise als Freiraum für solche Handlungen. Daher planen wir ein sofortiges Einschreiten durch den/ie Lehrer/in, das Einbeziehen der Konfliktberatung sowie gegebenenfalls das Einleiten angemessener Ordnungsmaß-nahmen.

Aufgrund der oftmals gravierenden Folgen für den Schulerfolg und für die Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit ist vor allem bei Mobbingverdacht frühzeitig der Dialog mit Schülern, Lehrern und Eltern zu suchen.

„Massive“ Gewalthandlungen unter Schülerinnen und Schülern

Bei massiven Gewalthandlungen (Schlägereien etc.) unter SchülerInnen ist ein schnelles Eingreifen und eine konsequente Aufarbeitung notwendig. Möglichst zeitnah werden Sorgeberechtigte der Opfer und Täter informiert. Bei Bedarf trifft der Schulleiter Eilmaßnahmen aufgrund seiner Befugnis aus § 53 Abs. 3 SchulG; in der Regel ist dies der vorläufige Ausschluss des Schülers / der Schülerin vom Unterricht.

Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen

• Detaillierte Dokumentation der Gewalthandlung durch den Klassenlehrer

• Befragungen von Opfern, Tätern und Zeugen durch den Schulleiter

• Entscheidung über Ordnungsmaßnahmen durch die Teilkonferenz; dazu muss das verbindliche Vorgehen bei der Durchführung von Ordnungsmaßnahmen beachtet werden

• Elterninformation durch den Klassenlehrer

• Integration und Betreuung des Opfers durch die Konfliktberatung und/oder die Klassenlehrer

• Täter-Opfer-Ausgleich, Betreuung durch die Konfliktberatung oder die/den KlassenlehrerIn

• Einbindung der Erziehungsberechtigten in den Prozess zur Aufklärung und Verhaltensänderung

• ggf. Information des Jugendamtes

Gewalt gegen Lehrkräfte

Sofortmaßnahmen

• Die Schulleitung sollte sofort von der betroffenen Lehrkraft über die Gewaltandrohung/-anwendung informiert werden.

•  Die Schulleitung informiert den/die KlassenlehrerIn

•  Eilmaßnahme des Schulleiters aufgrund seiner Befugnis aus § 53 Abs. 3 Nr.3 NSchG / NRW; in der Regel ist dies der Ausschluss des/der SchülerIn vom Unterricht bis zur Klassenkonferenz

Einschalten relevanter Institutionen

  • Die betroffene Lehrkraft und/oder die Schulleitung können den Vorfall unverzüglich der Polizei anzeigen.
  • Der Schulleiter erörtert die seitens der Schule vorgesehenen Maßnahmen (Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen gemäß § 53 SchG / NRW) mit der Polizei.
  • Der Schulleiter informiert das Jugendamt

Pädagogische Maßnahmen / Ordnungsmaßnahmen

  • Gespräch mit dem/der SchülerIn durch den/die KlassenlehrerIn und dem Schulleiter
  • Begleitung der betroffenen Lehrkraft durch eine/n LehrerIn ihres Vertrauens
  • Detaillierte Dokumentation des Vorfalls mit allen folgenden Maßnahmen durch betroffene Lehrkraft und den Schulleiter
  • Entscheidung über Ordnungsmaßnahmen nach § 53 SchG / NRW durch die Teilkonferenz und Betreuung des Täters durch den Schulleiter
  • Integration und Betreuung der/des Täterin/s durch den/die KonfliktberaterIn und den Schulleiter
  • Täter-Opfer-Ausgleich; Betreuung des/r Täters/In durch die Konfliktberater und/oder den Schulleiter.