Das Klassenlehrerprinzip

Typisch für die Arbeit der Lehrkräfte an der Martinsschule ist der Aufbau eines besonderen pädagogischen Beziehung zu den Schülern. Dieses ist nur möglich, wenn eine Lehrkraft – in der Regel der/die KlassenlehrerIn - die Hauptbezugsperson im unterrichtlichen Prozess ist. Es ist somit möglich, den Schülern ein Höchstmaß an Klarheit, Stabilität, Konsequenz und emotionaler Verlässlichkeit zu bieten.

Daher werden die Schüler besonders in den unteren Klassen nach Möglichkeit nur von ihrem Klassenlehrer oder ihrer Klassenlehrerin unterrichtet. So besteht die Möglichkeit, eine Vertrauensbasis aufzubauen. Dies wird durch gemeinsames Spiel, Unternehmungen und Rituale im Klassenverband unterstützt. Immer wieder erleben wir es im Alltag, dass Kinder, die im Fachunterricht oder in den Pausenzeiten für die anderen Kollegen schwerer erreichbar sind und mit massiven Verhaltensproblemen auffallen, bei ihren Klassenlehrern kaum noch auffällig werden und gute Lernfortschritte erzielen.

In den oberen Klassenstufen haben sich die meisten Schüler so weit stabilisiert, dass man das strenge Klassenlehrerprinzip verlassen und sie mit Blick auf die weitere schulische und berufliche Entwicklung auch vermehrt durch Fachlehrer unterrichten kann.

Vorteile des Klassenlehrerprinzips

  • Indem die Steuerung der Lernprozesse in einer Hand liegt, wird die Flexibilität in Auswahl, Verteilung und Durchführung der Lerninhalte erhöht. Der Klassenlehrer kann besser auf die individuellen Bedürfnissen, momentane Stimmungen und aktuelle Geschehnisse in der Klasse eingehen.
  • Fächerübergreifender Unterricht kann einfacher realisiert werden, ohne dass umfangreiche Absprachen notwendig sind.
  • Das Heranführen an offenere Arbeitsformen und die Stärkung der Selbstständigkeit kann leichter verwirklicht werden.
  • Die enge und vertraute Zusammenarbeit mit der Familie bzw. dem Lebensumfeld des/der Schüler/s/in wird gestärkt.